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2017.04.15. – Lesetagebuch #7 – A.L. Kennedy – „Schreiben“ übersetzt von Ingo Herzke

April 22, 2017


15.04 … 22:24 – Karsamstag 2017

Ich habe mir vor ein paar Minuten das Buch herunter geladen und schon das erste Kapitel strotzt vor Entschlossenheit und Energie, die mich auf der Stelle verzweifeln lassen. Ich müsste mein derzeitiges Leben völlig auf den Kopf stellen um dieser Energie folgen zu können.

 

Eine denkbare Möglichkeit, aber auch nicht mehr. Das soll zufrieden klingen, nicht frustriert.
Der erste Blog aus einer Reihe, die im Carl Hanser Verlag, in der Übersetzung von Ingo Herzke erschienen ist, endet mit dem Ein-Wort-Satz: ‚Vorwärts‘. Das macht mir Angst.

22:36

Auch der zweite Blog endet mit dem Einwortsatz ‚Vorwärts.‘.

In Verbindung mit einer Neugierde als Geisteshaltung findet ‚Schreiben‘ hier eindeutig im Kontext von Leben statt und nicht in einem einsamen, inneren Elfenbeinturm. Insofern empfinde ich das Lesen und Schreiben gerade als Rock’n Roll.

Vielleicht liegt das aber auch an den Bauern und ihren Frauen, die Nachbarn von Anne, bei der wir früher am Abend beim Osterfeuer waren. Es war dieses traditionelle, akzeptierte, eben bäuerlich bodenständige Betrunkensein, was Spaß gemacht hat. Es steckte Sex im Schnaps und im Feuer, obwohl alle wußten, dass sie am Ende alle viel zu fertig oder wehrlos sein würden. Na ja bloggen geht ja irgendwie noch.

22:53 

O.kayyy. Auch Blog 3 endet mit dem Satz ‚Vorwärts‘. Habe verstanden. Bezeichnend.
Mag es, wie Frau Kennedy sprachlich auf die Kacke haut, es dann aber nicht einfach dabei belässt, sondern auch noch ein paar schlaue Sachen sagt, letztlich über Live-Literatur, dem Ort des Schreibens, wo ich persönlich meine Roots habe, Anfang des Jahrhunderts. Es geht um Berühren wollen und die Intensität der Sprache.
23:38

In Blog 5 kam sogar zweimal ‚Vorwärts.“ vor und es ging um Workshops, Druck abschütteln, darum wie schön es ist Menschen zuzuhören (erinnert mich gerade an Yalem (aber irgendwie anders)) und es ging um Rezensionen.
Gehe jetzt ins Bett.
17.04. – Ostermontag 

Ich habe schon 13 Blog-Einträge des Buches einfach so weggelesen und es ist seltsam.
Da schreibt eine offensichtlich sehr spannende Frau und Schriftstellerin über ihre privilligierte (*1) Arbeit und ihre Einstellungen zum Schreiben und Leben und ich ? Was tue ich ? …. 
Ich ertappe mich, wie ich mich ständig ermahne, neugierig dem Leben als Quelle der Inspiration entgegen zu treten. Zusätzlich merke ichi, wie ich in den letzten zwei Tagen ständig heimlich ‚Vorwärts!‘ zu mir sagte, gerade, wenn es um meine Dinge ging, meine Projekte. Danke dafür Frau Kennedy.
(*1: ‚Privilegiert‘, weil es privivilegiert ist, vom Schreiben zu leben. Ich gönne Frau Kennedy das Doppelte, Dreifache, ach was – das Vierfache ihres Einkommens und freue mich auf den nächsten Roman ( um ein wenig Druck auszuüben;-)) … den sie, wie sie schreibt gar nicht mag.
P.S.: Disziplin, diese verdammte Disziplin, – und die Beharrlichkeit. Eins wird auch bei A.L. Kennedy klar: Scheiben geht nicht ohne Beharrlichkeit und Disziplin. Wenn es dann auch noch ‚geil‘ werden soll, brauch es Neugier und Inspiration. Vorwärts.
18.04.

Den Rest der Blog-Kapitel, des Buches, habe ich so runtergelesen, weil sie kurzweilig in der Sprache sind. Genauso wie die zwei Essays ‚Charakter stärken‘ und ‚Lebenszeichen‘. ‚Words‘, eine ‚Solo-Performance‘, kann man als Zusammenfassung der anderen Texte bezeichnen. Man liest und liest, kriegt Lust aufs schreiben und die Inhalte fliegen dabei ein wenig vorbei. 

21.04.
Nein die Inhalte fliegen nichts vorbei, sie sind bloss nicht so aufdringlich, wie man das von anderen ‚Schreibratgebern‘ kennt. A.L.Kennedy berührt einen tatsächlich und setzt sich hintenherum fest im Kopf. Man liest so dahin und entdeckt erst hinterher, beim Abwasch, oder auf der Runde mit dem Hund, wie tief die Inhalte in die Gehirnwindungen gesunken sind und einen konstruktiv beschäftigen.
Vorhin, beim Saugen, habe ich kurz gedacht: ‚Ich habe regelrecht das Gefühl, eine neue schottische Freundin zu haben.‘ Kompliment, das deckt sich, glaube ich mit dem was Frau Kennedy für sich mit ‚Lebenszeichen‘ meint. Das muss man können.

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From → Lesetagebuch

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